Interview führen

Ein gutes Interview ist ein Gespräch, kein Verhör: Du hörst zu, fragst nach und lässt Raum.
Vorbereiten
- Recherchieren: Wer ist die Person, was ist ihre Rolle?
- Ziel festlegen: Was will ich nach dem Gespräch wissen?
- Fragen schreiben: acht bis zehn offene Fragen, nach Wichtigkeit sortiert.
- Einstieg planen: eine leichte erste Frage.
- Technik testen: Pegel, Batterien, Speicher.
Wen interviewe ich?
- Betroffene: eher persönliche, emotionale Fragen.
- Verantwortliche: kritische Nachfragen; bereite dich besonders gut vor.
- Expert:innen: sachliche Erklärungen, Einordnung.
Durchführen
- Mikrofon etwa eine Handbreit vor den Mund; Blickkontakt halten.
- Ausreden lassen und nicht ins Wort fallen; beim Nicken kein „Mhm“ sprechen, weil es später im Ton stört.
- Kurze, einfache Fragen stellen.
- Nachfragen, wenn etwas unklar oder spannend ist („Wie meinen Sie das?“).
- Zum Schluss fragen: „Gibt es noch etwas, das ich nicht gefragt habe?“
Interview-Varianten
Ein aufgezeichnetes Interview wird später geschnitten, ein Live-Interview läuft ohne Schnitt, ein Experteninterview liefert Fachwissen. Auch O-Töne für gebaute Beiträge entstehen aus Interviews.
Typische Fehler
| Fehler | Besser |
|---|---|
| Ja-Nein-Fragen | W-Fragen (Wie, Warum, Was) |
| Mehrere Fragen auf einmal | Eine Frage nach der anderen |
| Eigene Meinung einbringen | Neutral fragen |
| Antworten wiederholen | Neue Frage stellen |
Nach dem Gespräch
Bedanke dich, kläre noch einmal das Einverständnis zur Veröffentlichung und notiere Name und Funktion für die Anmoderation. Bei sensiblen Aussagen kann die Person vor der Veröffentlichung noch einmal zustimmen.