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Das Radiostudio

Schülerin am Mischpult im Studio

Radio machen ist eigentlich simpel: Mikro an, reden, fertig. Ehrlich gesagt reicht das schon, um loszulegen – ihr müsst nicht erst wochenlang Technik pauken, bevor ihr das erste Mal auf Sendung geht. Aber wenn eure Sendung wirklich gut klingen soll, ohne Rauschen, ohne Rückkopplung, ohne dass man ständig nachjustieren muss, dann hilft ein bisschen Know-how ungemein. Genau darum geht’s im Studio: verstehen, was die einzelnen Geräte tun, damit man sich später nicht mehr drum kümmern muss – und einfach senden kann.

Das Mischpult ist der Ort, an dem alle Signale zusammenlaufen – die Mikros, Musik vom Computer, eine Telefonschaltung – man muss dafür kein teures High-End-Gerät haben. Für den Einstieg reicht oft schon ein einfaches USB-Mischpult mit ein paar Kanälen, wie es auch Podcaster:innen nutzen. Wer’s etwas komfortabler mag und ein bisschen mehr Budget hat, landet irgendwann bei einem On-Air-Pult wie dem D&R Airlite – kompakt, übersichtlich beschriftet, mit eingebauten Funktionen für Telefonanrufe und Zuspielungen. Es gibt aber auch andere Hersteller mit ähnlich guten und ähnlich bezahlbaren Pulten – die Wahl hängt am Ende vom Budget und davon ab, wie viele Leute gleichzeitig „On Air sein“ und an den Reglern stehen wollen.

Die Software, mit der die Sendung gesteuert wird, muss nicht kompliziert sein. mAirlist ist zum Beispiel bei Schulradios beliebt, weil sich Playlists vorbereiten, Jingles per Knopfdruck einspielen und mitten in der Sendung noch schnell umbauen lassen – auch für Leute, die zum ersten Mal davorsitzen. Es gibt kostenlose oder günstige Versionen, die für den Einstieg völlig reichen; wer später mehr Funktionen braucht, kann jederzeit umsteigen.

Praktisch wird mAirlist erst richtig mit einem Laptop und zwei externen Monitoren. Der eine Bildschirm zeigt die Playlist – was kommt als Nächstes, was läuft gerade. Der andere ist die Anzeige für Jingles, Hotkeys und alles, was spontan reinkommen soll, ohne dass man mitten in der Sendung zwischen Fenstern hin- und herclicken muss. Wenn’s schnell gehen muss, macht genau das den Unterschied: entweder man findet den richtigen Button sofort, oder man sucht und die Sendung stockt. Und nicht nur die Technik profitiert davon – auch die Moderation kann jederzeit rüberschauen und sieht sofort, was gerade läuft und wann sie wieder dran ist. Kein Blättern im Sendeplan, kein Nachfragen, einfach draufschauen und wissen: jetzt bin ich dran!

Studiomikrofon mit Popschutz, im Hintergrund unscharf eine Sprecherin

Die Mikrofone machen den größten Unterschied im Klang – müssen aber nicht sofort „vom Feinsten“ sein. Ein solides dynamisches Broadcast-Mikro wie das RODE Procaster ist ein gutes Beispiel für den Mittelbereich: robust, blendet Nebengeräusche gut aus und klingt auch dann noch ordentlich, wenn man nicht super geübt ins Mikro spricht – praktisch, wenn nicht alle im Team Profisprecher:innen sind. Für den ganz kleinen Geldbeutel tun es aber auch einfachere USB- oder Einsteigermikros erstmal ihren Dienst. Wer richtig aufrüsten will, kommt irgendwann auf Marken wie AKG, Neumann etc. – schon die günstigsten Modelle klingen spürbar besser, kosten aber auch entsprechend mehr und stellen höhere Ansprüche an den Raum, in dem man aufnimmt. Muss am Anfang nicht sein.

Damit das Mikro nicht ständig rumsteht und im Weg ist, lohnt sich früher oder später ein Mikrofonarm – der lässt sich am Tisch festklemmen, in Höhe und Abstand einstellen, und jede Person findet schnell ihre eigene Position, ohne dass ständig was verstellt werden muss. Auch hier gibt’s günstige Einsteigerarme, die für den Schulbetrieb völlig reichen.

Ein Hund trägt im Studio Kopfhörer

Kopfhörer braucht jede Person am Tisch, und zwar am besten mit eigener Lautstärke – sonst hört entweder jemand zu laut Musik im Ohr oder gar nichts. Ein Kopfhörerverteiler mit mehreren Anschlüssen und Lautstärkereglern kostet nicht die Welt und verhindert nebenbei, dass sich das eigene Mikro im Kopfhörer selbst wieder einfängt.

Bei den Kopfhörern selbst müssen es keine High-End-Studiomodelle sein – wichtig ist vor allem, dass sie geschlossen sind und den Schall nicht nach außen dringen lassen. Modelle von z. B. Sennheiser oder Beyerdynamic gibt’s in verschiedensten Preisklassen, von günstigen Einsteigermodellen bis zu Profi-Kopfhörern, die man auch nach Stunden noch bequem sitzen.

Am Ende zählt nicht, wie teuer die Ausstattung ist, sondern ob sie zueinander passt und das Team damit klarkommt: Mischpult, Software, Mikros, Mikrofonarme, Kopfhörerverteiler und Kopfhörer – zusammen ergeben sie das technische Rückgrat jeder Live-Sendung. Und wer im Technik-Team mitmacht, versteht irgendwann nicht nur, wie man das Zeug bedient, sondern auch, warum es genau so zusammenspielt.